Geschäftsbeziehungen zwischen Österreich und Deutschland

Es ist nicht einfach, die gegenwärtigen Beziehungen Österreichs zu Deutschland zu diskutieren. Die öffentliche Meinung in Österreich vermeidet es, die Beziehungen zu Deutschland öffentlich zu berühren. Österreich wurde nicht nur an die Verträge von Versailles und St. Germain, sondern auch an das so genannte Genfer Protokoll ausgeliefert, durch das es die Garantie des Völkerbundes für sein großes internationales Darlehen erhalten hat.

Die Grenzen des kleinen Österreichs zu Deutschland unterscheiden sich stark von denen der ehemaligen österreichischen Hälfte der Habsburger Monarchie. Sie berühren nicht mehr die Hauptstaaten des deutschen Reiches – Preußen und Sachsen. Diese alten Grenzen sind nun in den Besitz der Tschechoslowakei gelangt. Nur an Bayern, dem zweitgrößten deutschen Bundesland, grenzt das neue kleine Österreich noch und in drei Regionen – Oberösterreich, Salzburg und Tirol.

Dennoch sind die Beziehungen dieser Alpenrepublik von knapp sechs Millionen Seelen zu Deutschland von Bedeutung für die gesamte politische und moralische Struktur Mitteleuropas. So wichtig die Beziehungen Österreichs zu den anderen Nationen, an die es grenzt – zunächst zur Tschechoslowakei, dann zu Ungarn, Jugoslawien und der Schweiz -, so wichtig sind die Beziehungen, die es zu seinen größten und mächtigsten Nachbarn unterhält. Österreichs größter Nachbar ist heute Deutschland.

Wirtschaftliche Kooperationen

Die physische Nähe ist nicht der einzige Grund für wirtschaftliche Kooperationen zwischen den beiden Ländern. Auch die Mentalität der Menschen im Grenzgebiet ist ähnlich und somit ideal, um wirtschaftlich miteinander zu arbeiten. Entgegen der landläufigen Meinung vieler Menschen liegt die Wirtschaftskraft von Bayern und Österreich nicht im primären Sektor, also der Landwirtschaft, sondern hat sich zunehmend in den tertiären Sektor entwickelt. Insbesondere im Bereich der Touristik sind zahlreiche Kooperationen und Geschäftsbeziehungen zwischen beiden Staaten entstanden. Gemeinsame Rundwanderwege im Grenzgebiet bieten interessante Möglichkeiten für die Touristik und machen die Region für internationale Besucher attraktiv.

Auch im Bereich der IT und Softwareentwicklung sind zahlreiche Kooperationen zwischen Unternehmen in Bayern und Österreich entstanden. Diese nutzen gezielt die jeweiligen Standortvorteile zum Vorteil ihrer regionalen und überregionalen Kundschaft.